Die Dauercamper

Seit dreißig Jahren machen die Aktivisten vom schottischen Faslane Peace Camp der Royal Navy das Leben schwer. Sie wollen die britischen Atom-U-Boote vertreiben

Leonna O’Neill und Angus Chalmers nehmen an diesem Morgen die Fahrräder, sie haben Glück, der schottische Himmel schickt ausnahmsweise keinen Regen. Dreißig Kilometer sind es bis in die kleine Arbeiterstadt Dumbarton, Sitz des Verwaltungs-bezirks West Dunbartonshire. Die beiden sollten pünktlich dort sein, das Gericht wartet nicht gern. Ob sie nervös seien wegen der Vorladung? Aber nicht doch – was hätten sie denn schon getan?

Leonna O’Neill, ein Ring in der Nasenscheidewand, ein Piercing im Ohrläppchen, hat sich fein gemacht. Sie will korrekt und aufgeräumt vor den Richter treten, nicht provozieren. Sie trägt weiße Bluse, einen lilafarbenen Pulli mit kleinem Peace-Zeichen auf der Brust, schwarze Hose, Halbschuhe. Leonna, 27, ist so etwas wie der Boss der Truppe, deren oberstes Ziel es ist, alle Massenvernichtungswaffen aus Schottland zu verbannen.

„Angus, wir sollten los.“
„Oh, fuck, schon nach acht. Ich hole nur noch meinen Rucksack.“

Angus Chalmers, kein Gesichtsschmuck, hat sich nicht fein gemacht. Er trägt matschige Springerstiefel, seine alte Hose, den Kapuzenpulli, seine zottigen Zöpfen hängen über dem rasierten Nacken. Angus ist so etwas wie der Limbotänzer der Truppe, ein biegsamer Schlacks, der überall hinaufklettern und durchschlüpfen kann. Er und nervös? Wieso das denn? Er habe das schon öfter gemacht – sei ja nichts dabei gewesen.

Er und Leonna sind vor einigen Wochen ja nur durch die Nacht geschlichen, vom Peace Camp durch die Hügel bei Loch Gareloch, am Kreisel vor der Royal-Navy-Basis vorbei, durchs Heidekraut und den dunklen Wald von South Fernicarry, sind weiter zum Loch Long, bis nach Coulport. Sechs Stunden waren die beiden durch die westschottische Walachei unweit des Atlantiks gestapft, zu Fuß, es regnete. Dann stand Angus, 19, vor diesem Zaun, der acht Meter hoch ist, und dann ist er, der dünne Klettermaxe, auf Leonnas Schultern gestiegen und da hoch. Oben auf dem Zaun kam der Nato-Draht, eine fiese Variante des Stacheldrahts, eine zu engen Kreisen geschwungene Barriere, bestückt mit zigtausenden rasiermesserscharfen Klingen. Leonna wartete unten, Angus hing oben im Zaun.

Leonna sagt: „Kommt eigentlich keiner unverletzt da durch, aber Angus schafft’s. Weiß auch nicht, wie er das macht.“ Angus sagt: „Ist gar nicht schwer, musst dich ganz dünn machen.“

Dann kletterte er rüber. Ist also bloß mal eben nach Coulport eingedrungen. Aufs Gelände des Royal Naval Armements Depot, eine Hochsicherheitszone des Verteidigungsministeriums, wo sechzehn Bunker in die Berge betoniert sind, wo konventionelle Torpedos lagern und Großbritannien seine Nuklearsprengköpfe der Trident-Raketen versteckt. Unten an der Pier werden damit die Atom-U-Boote der Vanguard-Klasse bestückt. Ein von Alarmanlagen und Wärmekameras gesichertes Areal, dessen Atomwaffen halbe Kontinente vernichten könnten.

Die Wachoffiziere kennen Angus schon. An diesem Mittwoch im Juni war es etwa drei Uhr nachts. Angus hangelte sich durch die Rasierklingen, ein paar Schrammen, das war’s, dann kletterte auf der anderen Seite wieder runter. Marschierte drauflos, mitten aufs Gelände. Bis die gleißend hellen Scheinwerfer ihn erfassten wie eine schwarze Puppe, ihn blendeten, er nach hundert Metern die Arme hochnahm und sich friedlich festnehmen ließ. Wäre er weiter aufs Gelände gerannt, die Wachleute hätten schießen können.

„Peanuts, you know.“ Sei ja nichts dabei. „Die Bösen, das sind die, nicht wir.“ Angus schnappt sich den Rucksack. Sie müssen los, zur Anhörung wegen des Vorfalls.

Das Friedenscamp ist eines der ältesten der Welt. Seit über 30 Jahren wird der Widerstand hier nicht geprobt, sondern gelebt

Um kurz nach acht verlassen sie das Camp. Ein bunter Zaun, ein buntes Schild, sechzehn gammelige Wohnwagen, die in einem Waldsaum im grünen Gestrüpp stehen, davor die Straße, dann kommt schon das Meer. Es ist das Faslane Peace Camp, der Name ist auf ein Sperrholzbrett gepinselt, daneben ist zu lesen „Visitors welcome“ und klein, in Weiß: „30 Jahre Widerstand gegen Nuklearwaffen.“ Überall das Peacezeichen.

Das Friedenscamp dürfte eines der ältesten der Welt sein. Seit der Gründung 1982 existiert es, dauerhaft besetzt und verteidigt, von einer Kerntruppe und Besuchern aus aller Welt. Sie leben winters wie sommers hier.
Leonna und Angus fahren auf der Gareloch Road, im Süden der Firth of Clyde, wo sich die vom Wind rasierten Fjorde zum Atlantik hin öffnen. Bleigraues Meer, durch das sich regelmäßig die Atom-U-Boote schieben, flankiert von Polizei- und Patrouillenbooten, flache, schwarze Silhouetten in der See, die zu Übungen in den Weltmeeren auslaufen oder aus einem der 81 Subareas, den Übungsgebieten vor den westschottischen Inseln, zurückkehren in die Docks der Faslane Naval Base. Die britische Basis der Atom-U-Boote liegt ebenfalls gleich um die Ecke. Royal Navy, ebenfalls Hochsicherheitszone.

Leonna und Angus radeln weiter, durch den Ort Rhu, durchs alte Helensburgh. Sie kommen an einem Häuschen am Straßenrand vorbei, auf einem Schild steht Media Reception Center. Bei einem nuklearen Zwischenfall würde das Haus als „Medien-Empfangs-Zentrum“ des Militärs dienen. Hier würde die Presse informiert, versagte einer der Reaktoren und verstrahlte die Gegend. Hier würden auch die Kaliumiodid-Tabletten an die Bevölkerung verteilt, die dann vor den schlimmsten Folgen bewahren sollen.

Die beiden kommen nah an dem Häuschen und dem Schild vorbei. Das „R“ von Reception hat jemand durchgestrichen, durch ein „D“ ersetzt. Es heißt jetzt vorübergehend Media Deception Center: Medienbetrugszentrum. „War einer von den Aktivisten“, sagt Leonna, grinst über den Lenker. „Spätestens heute abend werden es die Navy-Leute wieder übergemalt haben.“ Ein schlichtes Wortspiel. Und nur eine von vielen Sticheleien, mit denen die Friedensfreunde seit Jahren der Royal Navy auf den Keks gehen. Und mit denen sie die Atom-U-Boote loswerden wollen.

Um kurz vor zehn am Morgen stellen sie die Fahrräder vor dem Dumbarton Sheriff Court ab, Abteilung Justice of the Peace Court. Melden sich am Enpfang, gehen in die erste Etage, Gerichtssaal Nummer drei. In dem Raum liegt weinroter Teppich aus, die Wände sind holzvertäfelt. Zwei Polizisten kommen, sie sind freundlich, man kennt sich. Leonna und Angus müssen nochmals ihre Taschen öffnen, der Officer sagt: „Nur um ganz sicher zu gehen, damit ihr nicht wieder eine Schweinerei veranstaltet.“

Vor kurzem war eine der älteren Aktivistinnen vorgeladen, sie hatte im Gerichtssal kurzerhand eine Spraydose herausgekramt und die Wand mit der Aussage besprüht, dass sich Schottland nicht an Internationales Recht halte.
Es sind Aktionen dieser Art. Sie wollen nichts zerstören, niemanden verletzen. Wollen nur nicht, dass die Öffentlichkeit vergisst, das gleich um die Ecke Atomwaffen lagern und Nuklearreaktoren köcheln. Leonna und Angus werden heute nur angehört, sie haben keinen Rechtsanwalt, sie haben sich über die Jahre schlau gelesen, sich mit Rechtsexperten beraten. Sie wissen, was sie dürfen, was sie nicht dürfen, wie hoch die Strafen ausfallen könnten.

Die beiden sind Fall Nr. 16 an diesem Dienstagmorgen. Um 11.25 Uhr sind sie dran, wie immer als letzte, es geht heute nur darum, ob sie sich schuldig bekennen oder nicht; erst dann wird der eigentliche Verhandlungstermin anberaumt. Leonna tritt vor den Richter, sie hält die Zettel mit den Vorwürfen in der Hand. Die Anschuldigung: Eindringen in eine Hochsicherheitszone. Leonna bestätigt die Handlung in der Nacht vom 13. Juni, schiebt aber sogleich nach: „Ich bekenne mich nicht schuldig, wir haben recht gehandelt.“

Angus spricht die gleichen Worte vor dem Richter, die beiden benehmen sich, reden ruhig und klar. Sie wissen, dass ihre Worte und Handlungen Sprengkraft in sich tragen, Potential für öffentliche Empörung gegen die Navy. Ihre Waffe sind die Bürger. „Bei der Verhandlung werde ich es deutlich sagen: Es kann nicht sein, dass wir so einfach auf ein Gelände gelangen, auf dem Waffen lagern, die ganze Länder ausradieren können, von den Strahlungsrisiken ganz abgesehen.“

Leonna will, dass der Richter dies einsieht, einsehen muss, im Sinne der Öffentlichkeit, im Sinne einer weit höher gestellten Sicherheit. Die Aktivisten kommen so in die lokalen Nachrichten, neulich berichteten der „Helenburgh Advertiser“, mehrere Online-Dienste. Zum 30-jährigen Jubiläum des Camps kam BBC und drehte. Aufmerksamkeit. Nichts hasst die Navy mehr.

Die Anhörung dauert zwei Minuten. Der Richter nickt stumm. In sechs Wochen wird die Verhandlung folgen. Vielleicht werden sie ungeschoren davonkommen. Oder sie kriegen einige Tage Knast. Ist ja nichts dabei. Den Knast, den kennen sie auch schon.

Am Nachmittag kommen sie zurück ins Camp. Die Wohnwagen stehen im Grün wie abgehalfterte Barracken. Hinten im Wald plätschert der Fluss, da holen sie Wasser und waschen ihre Sachen. Ein hölzernes Duschäuschen haben sie an einen Baum Mauer genagelt, das Dach eine blaue Plastikplane. Eine wackelige Toilette gibt es. Einen Gemeinschaftsraum. Eine Kochecke am offenen Feuer. Eine Kompostecke. Einen rostzerfressenen Reisebus, der dient als Bibliothek, im anderen schläft Leonna. Manchmal machen sie Yoga im Bus. Die windschiefen Wohnwagen sind bunt bemalt, Geckos, Blumen, auf einer Tür steht „Seid hoffnungsvoll, ihr alle, die hier eintretet“.

Einige der Wohnwagen drohen auseinander zu fallen, krumme Ofenrohre biegen sich aus den Campern. Sie befeuern ihre Bleiben mit Holz, das sie im Wald sammeln.

Überall wächst Gras, in den Bäumen hängen Mobilés. Ein weißer Buddha ruht auf der Wiese neben einem Kirschbaum, den zwei überlebende Japaner aus Hiroshima gepflanzt haben. Der Kirschbaum wächst seit dem 6. August 1985 vor sich hin. Auf einem überwucherten Denkmal die in Stein gemetzelten Worte: „When freedom is outlawed, only outlaws will be free.“ Die beiden Windhunde sind da, Harvey und Sancho Panza, aus dem Teehaus steigt Dampf, neben der Wäschemangel lehnt eine Axt.

In den nächsten Tagen soll eine Vanguard-Klasse reinkommen. Eine 150 Meter lange Stahlröhre, 16 Tausend Tonnen Verdrängung, 135 Mann Besatzung, getaucht 25 Knoten schnell. An Bord sind 16 Trident-Nuklearraketen vom Typ D5. Das U-Boot wird direkt vor den Augen der Hippies vorbeifahren

Hier und da stehen Ölfasser. Sie haben sie mit Erde gefüllt und Löcher hindurch gebohrt. Da stecken sie ihre Arme hinein und ketten sich mit Handschellen fest, wenn die Polizei kommt und das Camp räumen will. Die Polizei versucht das regelmäßig, seit 30 Jahren. Die an die schweren Ölfasser geketteten Aktivisten aber bekommen sie so nicht vom Fleck, sie müssten ihnen die Arme abhacken.

Unter dem Camp verlaufen Tunnel. Angus, der Limbotänzer, ist auch der Tunnelexperte. Hat die Tunnel selbst mit gegraben, drei Monate lang. Bei drohenden Evakuierungen kriechen sie dort tief hinein, wie die Maulwürfe. Es ist dunkel und feucht unten in der Erde, so eng wie in einer Röhre ewiger Nacht. Ein Mann namens Disco Dave ist der weltweite Guru der Tunnelbauer, seine Anleitung, wie man die unteridischen Protestgräben anlegt, steht im Netz. Der Rekord im Tunnelverstecken liegt bei vierzig Tagen. Sie nehmen Essen mit runter, harren aus. Die Polizei ist dann machtlos, bekommt niemanden da raus. Das Camp bleibt.

„Habt ihr was vom U-Boot gehört?“, fragt Leonna.
„Nichts, eine Fehlmeldung“, sagt Julia, silberner Knopf im Ohrläppchen, Brille, dunkle Haare. Julia, 22, ist eine Studentin aus Mainz, sie wohnt seit einem Jahr im Camp, hilft, einige Aktionen vorzubereiten, geht jede Woche zur Mahnwache vor die U-Boot-Basis. Die Mittwochsdemo steigt seit dreißig Jahren, ohne Ausnahme, Aktivisten aus der ganzen Umgebung kommen. Julia kniet im Gemeinschaftsraum, bemalt gerade eine Flagge, Akrylfarben, Regenbogenmotiv. In den nächsten Tagen soll eine Vanguard-Klasse reinkommen. Eine der 150 Meter langen Stahlröhren, 16.000 Tonnen Verdrängung, 135 Mann Besatzung, getaucht 25 Knoten schnell, Atomreaktor, 16 Trident-D5-Nuklearraketen an Bord. Die Boote fahren direkt vor dem Camp vorbei.

Man kann die U-Boote schon sehen, wenn sie vom Atlantik kommen und in die engen Fjorde vom Clyde einlaufen. Die Aktivisten gehen dann runter ans Wasser, studieren das Boot mit Ferngläsern, melden die Ankunftszeit im Internet. Das ist die glimpfliche Variante. Eine andere besteht darin, dass sie sich ihre rotten Kajaks schnappen und rauspaddeln. Vor die Schnauzen der Atom-U-Boote.

Im Camp hängen Fotos solcher Störaktionen. Die Navy dürfte schießen, nähert sich jemand den U-Booten, dürfte sie erschießen. Das tut sie aber nicht. Die Öffentlichkeit. Goliath würde von der Presse zerfetzt, ballerte er David ab. Stattdessen fahren die Polizeiboote auf die Kajaker los, geben Vollgas. Die Bugwellen bringen die Kajaks zum Kentern.

„Das Wasser ist scheißkalt, aber egal, haben wir schon öfter gemacht.“ Angus sitzt neben Julia, streichelt Sancho Panza, hinter ihm stehen Gitarren, ein Bass, ein Blumentopf, zerfledderte Bücher. Sie tragen Titel wie „War Plan Iraq“, „Schwedisch lernen“, „1000 Chinesische Rezepte“.

Den U-Booten vor den Bug zu paddeln, um sie zu stoppen, sei noch harmlos. Eine Aktivistin hat schon eine Testanlage für Sonargeräte außer Betrieb gesetzt, mitten auf dem Meer. Und die Jungs von früher, die Veteranen des Camps, die sind mit Schlauchbooten unter Vollgas auf die U-Boote losgefahren, über deren Bugwellen gehopst, mitsamt ihrem Schlauchboot, und dann sind sie auf dem Bug der gewaltigen Stahlrümpfe gelandet. „Ist lange her, die Hochzeit der Anti-Atom-Bewegung“, sagt Angus. „Aber Phil kommt bald ins Camp, dann kann er selbst erzählen, was sie damals noch angestellt haben. Glaubt heute keiner mehr, ist aber wahr.“

Sie sitzen auf den Sofas, trinken Tee. Alkohol und Drogen sind verpönt. Wer kifft, soll es im Wald machen. Oder verschwinden

Sie sind derzeit zu viert im Camp, ein wenig verwaist wirkt es. Leonna und Angus wohnen seit anderthalb Jahren hier. Sie haben in dieser Zeit die Wohnwagen hergerichtet, gegen den Regen abgedichtet und die Beete neu bepflanzt. Das verkabelte Fahrrad läuft auch wieder. Angus muss nachher noch eine Stunde strampeln, das Rad ist an einen Generator angeschlossen; so erzeugen sie ihren Strom. Den nutzen sie für den Computer, für den Zugang ins Internet, zu den Foren, zu den Independence-Kreisen. Der Computer steht in dem Verschlag, der als Büro dient. Kerzen brennen. Die Wände überziehen Plakate, Flyer mit Atomraketen, U-Boot-Fotos, Peacezeichen. Durch das Wellblechdach pfeift der Wind. Manchmal wohnen 20 Leute im Camp, kommen noch mehr, stellen sie Zelte auf. Im Winter waren sie einige Wochen nur noch zu zweit, zu dritt. Die letzten Winter waren eisig kalt, es lag Schnee. Wichtig sei, das Camp dauerhaft besetzt zu halten. Präsenz zeigen. Sich notfalls an die Ölfässer ketten.

Abends lodern die Flammen im kleinen Ofen im Tea Room, sie sitzen zusammen, reden. Planen Sitzblockaden, Demos in Glasgow und Edingburgh, diskutieren Kampagnen, Lesungen. „Es ist eine wichtige Zeit, jetzt gilt es, alles zu versuchen“, sagt Leonna. Schottland wird 2014 ein Referendum abhalten, zur Debatte steht die Unabhängigkeit vom Königreich. „Wenn das wahr wird, werden sie die U-Boote abziehen müssen, viele Schotten wollen das. Dafür müssen wir Bewusstsein schaffen.“

Viele Bewohner der Region sehen das anders. Die umliegenden Kleinstädte leben von den 6000 U-Boot-Leuten, die auf der mächtigen Faslane-Basis stationiert sind. Ohne die Präsenz der Navy würde die Gegend verarmen, die Arbeitslosigkeit weiter steigen. In Dumbarton, auf einem alten Holzboot im Fluss, wohnt Russel Yates, Brite, 50. Er war sechzehn Jahre bei der Navy, fuhr als Taucher und Koch auf den Atom-U-Booten der Polaris-Klasse. Vier Jahre hat er unten im Meer verbracht. „Für die Navy, die Engländer, wäre es ein Disaster, die Basis stillzulegen“, sagt er. „Es würde Jahre dauern und Hunderte von Millionen Pfund kosten.“

Russel Yates weiß um den Wahnsinn der Bombe, die Aktivisten hält er trotzdem für Nervtöter. Wie auch Mark Tyson, 56, der als Reaktoringenieur 30 Jahre bei der Navy diente. Heute besitzt er „The Royal Bar“, einen der Pubs unten am Meer, an der Promenade von Helensburgh, wo die U-Boot-Fahrer sich treffen. Tyson sitzt am Tresen, unter den Fotos und Emblemen der Subs. Aufs Camp ist hier niemand gut zu sprechen. Die Peacecamper würden den Alltag stören, mit ihren Blockaden, die Leute kämen nicht zur Arbeit, die ganze Gegend sei oft abgesperrt. „They are a pain in the ass.“ Die Navy verbietet ihren Leuten, das Camp zu besuchen. Man will keinen Ärger. Ab und zu aber waren doch U-Boot-Leute dort. Sie unterhielten sich mit den Aktivisten, unterhielten sich lange, es gab keinen Ärger. Leonna lässt den Satz fallen, dass viele von der Navy anständige, nette Menschen seien, die der Präsenz der Waffe heute selbst kritisch gegenüber stünden.

In den Matrosen-Bars von Helensburgh, unten am Wasser, ist das nicht immer so. Wer das Wort Peace Camp hier zur falschen Stunde nur in den Mund nimmt, dann, wenn nachts die Biere fließen, dem steckt ganz schnell eine englische Faust im Gesicht.

Im Camp hat sich Leonna einen Tee gemacht. Sie stammt aus Belfast, irische Familie, der Vater arbeitet bei Coca-Cola. Als Zehnjährige band sich Leonna an einem Baum fest, den die Eltern im Garten fällen wollten. „In Irland wurde Rebellion schon immer romantisiert “, erklärt sie. Mit achtzehn wollte sie ihr eigenes Leben, ging nach Schottland, um gegen die Sache mit den Atombomben zu arbeiten. Leonna hat studiert, Internationales Recht, war ein Jahr in Australien.

Julia und Angus sitzen auf den Sofas, unter Blumen und Stickern, trinken Tee. Im Camp ist kein Alkohol geduldet, Drogen sind verpönt. Wer kifft, soll es im Wald machen. Oder verschwinden. „Oft stoppen Passanten, kommen ins Camp und denken, dass sie hier eine Freakshow zu sehen kriegen.“ Einige hätten schon tumbe Fragen gestellt. Wo sie das Hanf anpflanzen würden? Ob sie hier auch Gruppensex hätten? „Klischees. Wir gehen dann auf die Leute zu, laden sie ein, reden. Ich erkläre unsere Sache, und ich meine das sehr ernst.“

Leonna sagt das streng, ihre weizenblonden Sommersprossen im Gesicht sehen bei solchen Sätzen nicht lustig aus.
Es ist schon dunkel, gegen acht kommt Colin von der Arbeit. Colin aus Südengland, 25, ein Ohrring rechts, zwei links, ein Ring im rechten Nasenflügel, ein Piercing in der Zunge, ist komplett als Clown verkleidet, sein Gesicht geschminckt, roter Mund, blaue Punkte auf weißen Wangen. Er stellt seine Jonglierkeulen ab, zieht die Jacke aus, schminckt sich ab. Die Prozedur dauert, dann lässt er sich ins Sofa sacken. Colin war heute auf den Straßen von Glasgow unterwegs, jonglieren, um Geld zu verdienen. Sein Hut füllt sich meistens zaghaft, aber es reicht. Als Jongleur verdient Colin am meisten von allen, er ist der „Millionär“ des Camps; sie alle haben kaum Geld.

Fünf Pfund in der Woche muss jeder in die Essenskasse zahlen. Angus sammelt Pfandflaschen, das bringt genug. Julias Eltern schicken ihr das Kindergeld. Keiner von ihnen bekommt Sozialhilfe. Vorgestern Nacht war es mal wieder spät. Colin und Angus fuhren abends um elf mit den Fahrrädern nach Helensburgh, zum „Skipping“. Sie flöhen dort regelmäßig die Müllcontainer hinter dem Co-op-Supermarkt. „Verrückt, was die Leute alles wegschmeißen, nur weil ein Datum abgelaufen ist.“ Vorletzte Nacht haben sie Äpfel aus dem Container geangelt, Hühnchen, Käse, Black Pudding, Gemüse. Meistens kochen sie vegan. Im Gemeinschaftsraum riecht es. Colin grinst schief, schnappt sich die Gitarre, spielt einen Song von Billy Bragg.

Leonna fährt zweimal die Woche nach Glasgow, mit dem Rad drei Stunden hin, drei zurück, oft im Regen, arbeitet Nachtschicht im Asylantenheim der Lansdowne Parish Church. Tagsüber berät sie Asylanten in Rechtsfragen, Afghanen, Kongolesen. Sie bekommt kein Geld dafür. In der Kirche arbeitet auch Phil, einer der Veteranen des Camps, seit 1984 dabei, jener Mann, der noch vorbeikommen und erzählen will. Erzählen von einer der unfassbarsten Unverschämheiten der Anti-Atom-Bewegung. Einer Aktion, die in die britische Geschichte einging als eine der höchsten Verletzungen der Nationalen Sicherheit.

Im Bibliotheksbus, in einem staubigen Regal, liegt der »Jane’s Recognition Guide«. Die Bibel der Kriegsschiff-Spotter

Leonna hantiert am nächsten Morgen in der Küche, schnippelt Karotten. Neben ihr lehnt das Bild eines Indianers mit Adler in der Ecke. Im Raum nebenan stapeln sich Bücher, Dokumente. Sie haben viel Material gesammelt. Sie besitzen Pläne der Basis, Querschnitte der D5-Raketen, die detaillierte Konstruktionszeichnung eines Atom-U-Boots der Polaris-Klasse, mit seinen Aggregaten, Leitungen, Ventilen und Raketensilos.

Im staubigen Regal im Bibliotheksbus liegen weitere Dokumente, Bücher, darunter „Jane’s Recognition Guide“, die Bibel der Kriegsschiffs-Spotter. Sie besitzen ein zerfetztes Exemplar, 831 Seiten voller U-Boote und Zerstörer, neu kosten diese Bücher bis zu über tausend Euro. Sie besitzen Kopien der Handbücher des MOD, des Ministry of Defense, darin sind Evakuierungspläne festgehalten, Maßnahmen im nuklearen Ernstfall. Darin steht, welche Tiere sofort geschlachtet werden müssen, beginnt eines der Atom-U-Boote zu strahlen. Es steht dort im Kapitel „Public Safety Arrangements, Control of Foodstuffs“ unter Punkt 17, dass im Umkreis von zehn Kilometern und in einem 30-Grad-Sektor in Lee des havarierten U-Boots keine Milch mehr getrunken werden darf.

„Irgendwann bist du besessen von diesem Thema, von den U-Booten, es gibt Leute unter den Aktivisten, die kennen jeden Schalter, jeden Regler an Bord.“ Leonna streicht sich die Haare aus dem Gesicht. Sie will nachher noch in den Wald gehen, zur „Granny Oak“, zur alten Großmutter Eiche. Am Baum findet sie Ruhe. Unter der Eiche sind alle Tiere und Hunde beerdigt, die Laufe der Jahre im Camp gestorben sind. Colin sitzt auf dem Sofa. Sancho Panza schläft.

Für diesen Mittag haben sie ein Meeting anberaumt, wollen weitere Aktionen besprechen. Sie planen, in die Schulen zu gehen, Aufklärungsarbeit leisten. Angus sagt: „Die Navy geht auch rein, in die Schulen der Armenviertel, die dürfen das, sie werben unter den Schülern dort schon früh für Nachwuchs.“ Leonna sagt: „Wenn die rein dürfen, dürfen wir auch rein und unsere Sicht der Dinge darstellen. Wir werden das rechtlich klären, und wenn wir bis vor die Gerichte gehen.“

Die Fjorde Westschottalnds liegen wie braune Rücken in der Welt, verhangen vom Nebel. Einige Segelboote ziehen in der Bucht vor dem Camp. Wenn die U-Boote reinkommen, strahlen die weißen Warnlichter von den Anhöhen aufs Wasser, kein Boot darf dann mehr nach Loch Gareloch segeln. Unten am Wasser stehen einige kleine Privathäuser, Villen aus schottischem Stein. Auf dem Kiestrand liegt Tang. Ein raues Idyll, unweit existieren Austernfarmen und Muschelzuchten. Nur fünf Minuten weiter, um eine Biegung, beginnt die Basis der Atom-U-Boote. Kasernen, Docks, Waffenlager. Eine eigene Kleinstadt am Meer, umfangen von diesem kilometerlangen Zaun mit den Rasierklingen, fünf, sechs, acht Meter hoch. Am Hauptportal stehen Offiziere, Wachpersonal, Warnschilder.

An diesem Nachmittag machen Angus und ein Mann einen Spaziergang am Zaun entlang. Der Mann trägt schwarze Stiefel, schwarze Jeans, schwarze Fleecejacke, schwarzes Cappy. Er lacht laut und derb, ein völlig angstloses Lachen, neben seinem Schneidezahn klafft eine Lücke im Mund.

Angus schnappt sich einen Stock, schleudert ihn über den Zaun. „Ich mag es, sie zu ärgern.“
Die Kameras haben die beiden längst erfasst. Drei Minuten später fährt die Polizei vor. Angus und der Mann in Schwarz müssen sich ausweisen, über Funk wird ihre Identität bestätigt. Die Polizisten sind nett, man unterhält sich, scherzt gar gemeinsam. Alle wissen um den Irrsinn der Bombe, heute, im Dritten Millennium, ohne Weltkrieg. Alle wissen um die Summen, die die Bombe verschlingt, die aberwitzigen Kosten und die Arbeitslosigkeit und die Armut in Schottland.

Die Krise, die Krise, die Bombe, die Bombe.

Phil zeigt auf eine Stelle am Zaun. Da sind sie damals durch. Und dann geschah, was niemand ahnen konnte. Sie sind mitten aufs Gelände spaziert, über die Gangway gespurtet und in eines der Atom-U-Boote reinmarschiert

Aber was soll man machen. Dem einen Polizisten rutscht ein Seufzer über die Lippen. Der Seufzer handelt vom Wahnsinn Welt und vom Wahnsinn der Menschen. Einige Sekunden lang lachen sie zu viert. Angus und der Mann in Schwarz gehen weiter, hundert Meter den Zaun entlang nach Norden. „Hier war es“, sagt nun Phil Jones, 49, der Veteran aus den alten Tagen, der neun Jahre und zwei Monate im Camp lebte, dessen Sohn 1985 in diesem Camp geboren wurde und den er und seine Frau dort groß zogen. Phil Jones, der kein Piericing trägt, der die Wohlfahrtsorganistaion „Unity“ in Glasgow gründete, dort mit Asylanten arbeitet und der damals die wilden Sachen machte.

Phil sitzt am frühen Abend im zerschlissenen Sofa des Camps, die anderen sind auch da, sie sitzen um ihn herum, als lauschten sie einem Priester, und dann erzählt Phil ein wenig. Wie er in einem 40-PS-Schlauchboot mit 30 Knoten eines der U-Boote rammte. Wie sie mit Jollen zwischen den Begleitbooten segelten und die Jollen vor den U-Booten zum Kentern brachten. Erzählt von den großen Partys damals im Camp, von Aktivisten aus aller Welt.

Aber was haben sie erreicht? Haben sie überhaupt etwas bewegt in all den Jahren? „Das Camp war immer eine Quelle der Inspiration“, sagt Phil. Bewegungen wie die radikale Umweltgruppe Earth First oder Radical Roots seien aus dem Camp heraus entstanden. „Unsere Aktionen haben dazu geführt, dass heute viele Bürger gegen die Atomwaffen sind, nur sprechen es wenige offen aus.“ Einige der älteren Aktivisten des Camps sitzen inzwischen sogar mit am Tisch, wenn Royal Navy, Experten von der Universität Edingburgh und Behörden über die Entsorgung der alten Polaris-Atom-U-Boote diskutieren.

Dann kommt Phil auf die Stelle zu sprechen, auf die er vorhin am Zaun zeigte. „Das war 1988, der große Zwischenfall, genau an der Stelle sind wir damals rein, und niemand ahnte, was geschehen sollte.“

Im Camp wohnte damals ein sehr gute Schwimmerin, sie wollte in der Dunkelheit durchs Meer schwimmen, an die Außenbarriere, wollte versuchen, dort hinüber zu gelangen, und sehen, wie weit man an die U-Boote vom Wasser aus würde herankommen können. Die U-Boote lagen wie heute in den dunkeln Docks, unsichtbar. Phil und zwei Freunde sollten die Wachleute an der Basis lediglich ablenken, ablenken von der Schwimmerinm, die draußen durch den Fjord zur Außenbarriere schwamm. Phil lehnt sich im Sofa zurück. Alle kennen die Anekdote, die nun folgt, alle lauschen dem Rockstar des Camps.

Phil und zwei Freunde schritten damals spät abends zum Ablenkungsmanöver. Der eine trug einen knallroten, zwanzig Zentimeter senkrecht von seinem Schädel abstehenden Irokesenschnitt, die anderen trugen Hippiehaare, Bärte, Ballonmützen. Drei Freaks, die nun zur der Stelle gingen und ein Loch in den Zaun schnitten. Sie stiegen durch das Loch. Niemand kam. Sie rechneten jede Sekunde damit, festgenommen zu werden; aber niemand kam. „Wir guckten uns an, ein Wunder.“ Die drei Freaks gingen weiter. Sie schafften es über die nächste Barriere, kamen zu den ersten Wohnblocks. Niemand bemerkte sie.

Die drei wunderten sich. Sie standen nun mitten auf der Basis und gingen immer weiter. Als nächstes kamen sie zu einem Wärterhäuschen, wollten dort schon anklopfen, sich ergeben. Aber die Wachleute schauten fern. Nichts geschah. Sie gingen noch weiter, mitten durchs gleißend helle Licht der U-Boot-Basis. Ein Wunder. Ein Wunder von Sicherheitslücke. Die drei konnten nicht wissen, dass gerade am Zaun gearbeitet wurde, die Alarmanlage kurz außer Kraft gesetzt war, und sie genau diese Lücke erwischt hatten. Die Götter mussten ihre Hand im Spiel haben.

Die drei sahen sich an, sagten sich: „Wenn die Wachleute so blöd sind, dann gehen wir noch weiter, mal sehen, wie weit wir kommen.“ Sie befanden sich nun bereits auf der Straße, die mitten durch die Navy-Basis führt, ein betrunkener Matrose lief ihnen über den Weg, er musste wohl an einen Scherz glauben, an Kameraden, die sich verkleidet hatten. Der Irokese, die zwei Hippies, mitten auf der Basis. Nichts geschah. Sie gingen weiter.

Schnappten sich eine herumstehende Aluminiumleiter, stiegen nun über den nächsten Zaun, es rumpelte fürchterlich, der Irokese hing oben in diesem letzten Zaun fest, der das Herz der Basis abschirmte; aber nichts geschah. „Das war Monty-Python live, der nackte Wahnsinn“, sagt Phil. „Wir konnten es nicht fassen.“

So stiegen sie alle drei auch über diesen weiteren, letzten Zaun. Schlichen an Müllcontainern vorbei, bis vors Dock. Sie schlüpften durch einen Spalt neben den Mülleimern, sahen das gelbschwarze Sperrband, das den Beginn der Zone des höchsten Strahlungsrisikos markiert, dann waren sie drin: im Sanctum sanctorum der Royal Nay. Sie standen vor der Polaris-Klasse, vor dem Atom-U-Boot, das da im Wasser des Docks schwamm, schwarz und glänzend wie ein Wal. Jetzt waren sie entschlossen. Die zwei Marineleute, die auf Stühlen saßen, schien zu perplex, um zu reagieren, niemand schießt so schnell auf Menschen, und so rannten die Drei über die Gangway auf das U-Boot, auf einer Banadrole stand der Name „HMS Repulse“. Sie stiegen durch die Luke, hangelten sich hinab, sie kannten die Pläne, liefen durch die Gänge. Drei Freaks im Kalten Krieg, die durch das U-Boot flitzten, bis sie schließlich im Kontrollraum landeten. Im Kommandoraum einer der mächtigsten Waffen der Erde.

Auf der Basis war inzwischen einen „Bikini State Alpha Alert“ ausgerufen worden, höchste Alarmstufe. „Als der Kommandant und die Sicherheitsleute endlich in den Kontrollraum stürzten, standen wir drei also da, und ich sagte: Wir sind vom Peace Camp, wir haben das Boot unter Kontrolle, bringt uns nach Kuba.“

Im Oktober 1988 geriet der Vorfall zu einem spektakulären Skandal in Großbritannien. Die damalige Premierministerin Margaret Thatcher kam gerade von einer Auslandsreise wieder; als sie von den drei Aktivisten im U-Boot hörte, soll sie empört geschimpft haben, warum man sie nicht erschossen habe. Die drei wurden abgeführt, unter angelegten Gewehren, die Verhandlungen dauerten vier Tage, 23 Zeugen mussten aussagen.

Die Schwimmerin wurde nie erwischt, die drei gingen am Ende ohne Strafe aus. „Es war ein sehr komplizierter Fall, hätten sie uns eingebuchtet, hätten zwei Minister aufgrund der Militärgesetze zurücktreten müssen“, sagt Phil „So verschwand die Sache nach großem Trara irgendwann glimpflich in den Akten.“

Ob er die Worte damals im Kontrollraum wirklich gesagt habe? Phil, der Rockstar der U-Boot-Gegner, lacht laut und derb. „Und ob ich das getan habe!“ Er habe es dem Kommandanten mitten ins Gesicht gesagt. Nach Kuba, nach Kuba. Phil sitzt neben Harvey, Sancho Panza hat seine Schnauze auf Leonnas Schoß gelegt. Die wohl schrillste Anekdote der Campgeschichte klingt noch nach, hängt still im Raum. Colin kratzt sich am Kopf, Angus schnippelt Bohnen, Julia malt, draußen über den Fjorden regnet es.

Die größte Chance wird sich ihnen im nächsten Jahr mit dem Referendum bieten. Leonna O’Neill weiß, dass dies weniger mit Punkrock als mit Arbeit zu tun hat. Sie will am Abend noch an den Computer, ein Papier vorbereiten. Ihre Sommersprossen lachen nicht. Sie trägt eine Bluse, Pollunder, dunkle Hose. Die Frau, die die U-Boote hasst, könnte auch als Lehrerin durchgehen.

Text und Fotos © Marc Bielefeld

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