Neptuns Hütte

Irgendwann, behaupten neidische Seelen, führt aller Reichtum zu Langeweile. Nichts, das noch lockt. Nichts, das noch verzückt. Ach ja? Dann schauen wir uns mal dieses kleine Tauchbötchen an

Wir dürfen staunen. Der Markt für gehobenes Divertissement hat heute allerhand zu bieten. Nach allen Rennwagen, Luxusjachten, Privatjets und titanbeschichteten Helikoptern wartet noch immer eine Steigerung. Zum Beispiel diese hier: ein submarines Superspielzeug. Ein Unterwassergeschoss mit Bar und Bücherei an Bord, mit Kino, Spa und Pool. Ein U-Boot mit Heli-Plattform, ausklappbarer Luxuslounge, Weinkeller, diversen Suiten und einem 300 Quadratmeter großen Apartment für den Eigner. In der 283 Meter langen Stretch-Ausführung sind zudem ausfahrbare Beachbars, durchsichtige Fahrstühle und von Wasserfällen umsprudelte Restaurants vorgesehen. Sogar eine Garage für ein tauchendes Beiboot soll es geben. Das U-Boot im U-Boot, und auf so eine Idee muss erst einmal einer kommen.

Die beiden österreichischen Designer Christopher Gloning und Christian Gumpold aber haben genau so ein Vehikel ausgeheckt und das Luxus-U-Boot namens „Migaloo“ entworfen.

Benannt nach einem australischen Buckelwal, soll die tauchende Superjacht auf bis zu 240 Meter hinabsinken können, wobei die Gäste in nappaledernen Sesseln sitzen, eiskalte Drinks serviert bekommen und durch panzergläserne Panoramascheiben auf vorbeiziehende Haie und pulsierende Tiefseequallen starren. 

Noch hat kein Kunde das verschärfte Freizeitmobil geordert. Die beiden Österreicher aber versichern, dass ihr Entwurf keineswegs nur durch Hochglanzbroschüren tauchen kann, sondern tatsächlich zu haben ist. Ein exakter Preis freilich lässt sich nicht beziffern. Die Kosten für die gesamte Hybridjacht aber dürften bei circa zwei Milliarden Dollar beginnen.

U-Boote liegen in gewissen Kreisen derzeit im Trend. Weil -raketenbetriebene Jetskis und Megajachten die Häfen von Ibiza bis Tahiti inzwischen haufenweise belagern, macht sich die seegehende Avantgarde lieber davon und verschwindet ganz von der Bildfläche. Eine zutiefst elegante Lösung: abtauchen, wenn andere auftauchen. Privat-U-Boote sind darum bereits in diversen Ausführungen zu haben. Das Angebot reicht vom zwei Millionen Dollar teuren Zweisitzer für Hobby-forscher bis zum James-Bond-artigen Tauchscooter für den schnellen Rutsch durchs Korallenriff. Die Firma U.S. Submarines bietet gediegene Tauchboote bis zu 36 Meter Länge an, in denen neben Periskopen und Sauerstofftanks bereits erste Zierpflanzen das Interieur schmücken. Freunde rustikalerer Abenteuer sollten sich auf Ebay umschauen. Da wurden schon ausrangierte -russische Atom-U-Boote angeboten, inklusive Reaktor und Torpedos. Startpreis: 8,5 Millionen Euro. Der Liegeplatz auf Mallorca kommt natürlich extra.

Fotos © migaloo submarines

Schlank wie ein Aal, elegant wie ein Grauhai und angeblich wirklich zu kaufen. Die U-Boot-Jacht vom Typ „Migaloo“ ist ein Traum für alle, die keine Träume mehr haben. Erhältlich in 70 bis 280 Meter Länge. Ausstattung: Geschmackssache

Über 2 Milliarden Dollar (je nach Modell)